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Bernhard Sommergruber - Psychotherapeut - 1010 Wien - Seitenstettengasse 5
3002 Purkersdorf - Wintergasse 53

 

Psychotherapie

und schnell, schnell. Der Zeitgeist.

Ja, es ist verständlich. Schnell soll es gehen und weh soll es auch nicht tun. Aber wie soll es schnell gehen, wenn die Wunde eben auch nicht oberflächlich ist? Schnell noch ein Brot kaufen. Schnell noch jemanden anrufen. Schnell noch ein Schnellimbiß. Schnell Abschied nehmen.

Was denn noch alles schnell und oberflächlich? Hier in der Psychotherapie geht es um Sie, Ihr Leben und mit diesem streifen Sie an, zum Beispiel bei Ihrer Partnerin, bei Ihren Kindern. Und da auch wieder schnell, schnell?

Ein schneller Abschied belastet nicht. Ein schneller Abschied tut nicht weh. Schön, wenn etwas nicht weh tut. Aber häßlich und wehtuend, tief wehtuend, wenn etwas eigentlich weh tut, wenn eigentlich etwas heraus will und noch besser, wenn etwas geteilt werden soll, mit jemandem. Ich will heraus. Und ich will ein Stück ankommen. Und dies geht nicht schnell, schnell. Heraustreten dauert und darf dauern.

Ein Blatt fällt zu Boden und ich kann es nicht schnell aufheben und - was nun damit? Schnell entsorgen. Und es ist weg und trotzdem da, nur halt nun unsichtbar. Und schnell kann ich mich etwas anderem widmen. Und mein Blatt ist welk. Und mein welkes Blatt ist nun weg. Und trotzdem da.

Schön, daß es da sein darf, endlich, in Ruhe, in Ehrlichkeit angeschaut. Und nur in dieser Muße, wenn natürlich auch unruhigen Muße, kann ich dieses Blatt wenden, betrauern, verabschieden und eine Rose pflanzen.

Einfacher formuliert: Natürlich gibt es überall und so auch manchmal in der Psychotherapie das Schnell-Schnell-Versprechen. Aber, wie hat sinngemäß Leupold-Löwenthal zum Beispiel so schön gesagt: Das können wir nicht anbieten, mit diesem Zeitgeist können wir nicht mithalten.