Domain
psychotherapie.biz

Bernhard Sommergruber - Psychotherapeut - 1010 Wien - Seitenstettengasse 5


Sexueller Missbrauch -

Hilfe für HelferInnen

(für alle Berufsgruppen, die mit potentiell Betroffenen zu tun haben, z.B. Lehrerinnen, Kindergärtner, Erzieher)


Es folgen einige Ratschläge. Im konkreten Einzelfall ist jedoch häufig supervisiorische Beratung anzuraten, da auch hier "nicht über einen Kamm geschoren" werden kann.

 

  • Lassen Sie sich Zeit !

  • Sprechen Sie mit einer KollegIn oder einem (anderen) netten Menschen über Ihre Gedanken, Sorgen, Wünsche.

  • Schreiben Sie alles (später auch mit Datumsangabe) auf, was Ihnen auffällig vorgekommen ist: noetisch-psychisch, körperlich, direkte Aussagen des Kindes, der Eltern....

  • Kontaktieren Sie eine/n einschlägig/en erfahrene Psychotherapeut/in, um mit dieser Person die konkreten Möglichkeiten der Intervention zu erörtern und zu planen.

  • Sprechen Sie zuvor nicht mit den Eltern o.a. Personen des sozialen Umfelds über ihren Verdacht!

  • Erstatten Sie keine Anzeige bei der (Kriminal-)Polizei! Diese wichtige Institution ist die einzige Institution in Österreich, die eine "Information" als "Anzeige" behandeln muß, was auch selbstverständlicherweise als sinnvoll zu betrachten ist. Jedoch schadet in den meisten Fällen eine (sofortige) Anzeige! Bei einer Anzeige sowie den folgenden Einvernahmen muß das Kind sehr gut psychisch vorbereitet werden (v.a. für die Einvernahmen).

  • Halten Sie sich immer vor Augen: Helfen - im Sinne des Kindes - braucht Zeit, oft viel Zeit. Und: Oft sieht die mögliche (!) Hilfe für das Kind im Laufe der Interventionsplanung anders als in den ersten Momenten aus, wo Sie - selbstverständlich ! - in besonderer Art emotionalisiert reagieren.

Nur: Mit unserer Emotionalität, die unsere Moral, die unsere Wünsche, unsere Rache etc. widerspiegelt, werden wir meist dem Kind nicht gerecht.

Wir überfordern damit oft das Kind, das in der Folge wieder eine/n potentielle/n Ansprechpartner/in weniger hat. Und das Kind hat wieder einmal eine Möglichkeit weniger zu reden, sich - im Laufe der Zeit - ein wenig zu öffnen - und damit wichtige, positive Erfahrungen zu erleben!