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Bernhard Sommergruber - Psychotherapeut - 1010 Wien - Seitenstettengasse 5
Der Ausdruck "Sexueller Mißbrauch" ist nicht unbedingt sinnig, da man eine/n Partner/in in der Sexualität nicht ge-braucht, sondern es ist ein Nehmen UND Geben. Wenn Sie einem Menschen (in der Sexualität) nur etwas nehmen und nichts geben, so ge-brauchen Sie ihn oder sie, was schon eine Mißhandlung definiert, weil Sie weder auf seine/ihre Person noch ihre/seine Sexualität eingehen. Und die Formulierung "Sexueller Mißbrauch" könnte eben so verstanden werden, daß es einen normalen Gebrauch gibt.
Männliche Sprache - Zum Thema "Sprache" gehört auch der Hinweis, wie wir im Geschlechterverhältnis (s. Punkt 1.4) sprachlich miteinander umgehen.
Insbesondere erwähnenswert ist hier die herr-schende männliche Ausformung der Sprache - und das ist für die Frau nicht immer herr-lich.
Unsere Sprache drückt mehr aus als "Regeln", die "halt so sind", die "von da oben" so gemacht wurden. Sprache drückt aus, wie wir uns zu oder gegen einander stellen, welchen Zugang wir zu unserer Gefühlswelt pflegen, ebenso wie wir die Stellung der Geschlechter in der Gesellschaft definieren.
"Der Mann" hat sich also zum Beispiel die Sprache und das Mißhandeln zum Beispiel in Form von Sexualität zu eigen gemacht, um sich mit diesen beiden Instrumentarien etwas anzueignen. Er verwendet es eben als Instrumentarium. Und er vergaß dabei, daß ihm so vieles verschlossen blieb, da nur ein "Ausleihen" (da muß ich die andere Person fragen!) ein Geschenkt-Bekommen (hier werde Ich angefragt) die Tür zum Er-sinnen und so zum Du, zur Intentionalität, zur anderen Person und damit zum "Kosmos" auftun kann.